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Science Camps in Ankara und Halle - Naturwissenschaftliche Nachwuchsgewinnung und Kulturaustausch in einem

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Nachrichten aus dem Institut

Die Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie und Geografie von Prof. Dr. Martin Lindner an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) hatte 2015 zu zwei deutsch-türkischen Ferienlagern eingeladen. 15 deutsche Schüler begaben sich vom 18. bis 26. Juli 2015 auf eine achttägige naturwissenschaftliche Forschungsreise in die Türkei nach Ankara. Zwei Wochen später kamen dafür 15 türkische Schüler aus Ankara zum Science Camp nach Halle mit insgesamt 45 Teilnehmern.

In Ankara besuchten die Schüler gemeinsam mit Martin Lindner und seinem Team unter anderem die Universität Hacettepe und die Privatschule Maya College. Dort führten sie gemeinsam mit türkischen Schülern Experimente und durch und nahmen an Workshops sowie verschiedenen Exkursionen teil. Ein Workshop bestand beispielsweise darin, aus einfachsten Bauteilen selbst einen Fön, Mixer, Staubsauger oder Raumschiff zu bauen. Wiederum wurde auf Exkursionen beispielsweise die städtische Müllverwertungsanlage oder eine der bedeutendsten türkischen Firmen für Bildungssoftware erkundet.

Science Camp in Ankara

Kommunikationsprobleme habe es kaum gegeben, sagt Kubat. „Die Schüler haben sich in einem sehr kreativen Englisch unterhalten, das hat wunderbar geklappt!“ Englischkenntnisse seien, wie das Mindestalter von 14 Jahren, eine der Teilnahmevoraussetzungen gewesen.

Zusätzlich zum wissenschaftlichen Input gab es ein kulturelles Rahmenprogramm, bei dem sich die Beteiligten ihre jeweiligen Kulturen vorstellen und sich darüber austauschen. „Neben dem naturwissenschaftlichen Input für die Schüler war uns auch die Entwicklung von Toleranz und Respekt im Umgang mit der anderen Kultur, der Austausch über Migrationssituationen und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Berufsperspektiven wichtig", erläutert Prof. Dr. Martin Lindner vom Institut für Biologie der MLU. Schließlich gelte es, den Jugendlichen eine selbstbestimmte und internationale Berufsorientierung im MINT-Bereich zu ermöglichen.

Vor der Reise nach Ankara gab es einen Vorbereitungskurs in Halle. Dort konnten sich die Jugendlichen an der Organisation und Gestaltung des Programmes aktiv beteiligen und ihre Wünsche und Ideen mit einfließen lassen.

Beim Science Camp in Halle vom 3. zum 7. August 2015 kamen dann 15 türkische Schüler nach Deutschland und forschten hier zusammen mit 28 Schülern aus Deutschland und drei mazedonischen Teilnehmerinnen. Das Camp-Konzept war ähnlich wie in der Türkei. Es gab Workshops und Exkursionen zu den Themen Bio-Ernährung, Invasive Pflanzen und dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur. Außerdem galt es, der hohen Messlatte an Gastfreundschaft und Fürsorge der türkischen Gastgeber in Ankara zu entsprechen.

Science Camp in Halle - Villa Jühling

Seit fünf Jahren veranstaltet die Arbeitsgruppe von Martin Lindner derartige MINT-Ferienlager in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Grundkonzept der Ferienlager ist es, dass die Teilnehmenden ihre eigenen Forschungsfragen zu aktuellen, gesellschaftlich relevanten naturwissenschaftlichen Phänomen beantworten und dabei die Möglichkeit zur beruflichen Orientierung erhalten.

Die Idee der Kombination von MINT-Bildung und kulturellem Austausch hat auch verschiedene Fördergeldgeber überzeugt: Das Projekt wurde unterstützt von der djo-Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Sachsen-Anhalt e.V., der Bayer Science & Education Foundation, der buw Unternehmensgruppe und der Deutsch-Türkische Jugendbrücke der Stiftung Mercator.

Auch für 2016 gibt es bereits Ideen, in Ankara und Halle wieder mit deutschen und türkischen Schülern zu forschen. Interessensbekundungen dazu sind möglich über: www.camps.uni-halle.de

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